KZ Sachsenhausen

Dokumentarfilm, 2020, 2:49 Minuten, s/w, HD-Video

 

 

Synopsis

"Indem das Kino uns die Welt erschließt, in der wir leben, fördert es Phänomene zutage, deren Erscheinen im Zeugenstand folgenschwer ist. Es bringt uns Auge in Auge mit Dingen, die wir fürchten. Und es nötigt uns oft, die realen Ereignisse, die es zeigt, mit den Ideen zu konfrontieren, die wir uns von ihnen gemacht haben."
Siegfried Kracauer

"Es wäre ohne alle Vernunft, hier die mir zugefügten Schmerzen beschreiben zu wollen. War es 'wie ein glühendes Eisen in meinen Schultern', und war dieses 'wie ein mir in den Hinterkopf gestoßener stumpfer Holzpfahl?' - ein Vergleichsbild würde nur für das andere stehen, und am Ende wären wir reihum genasfüfhrt im hoffnungslosen Karussell der Gleichnisrede. Der Schmerz war, der er war. Darüber hinaus ist nichts zu sagen. Gefühlsqualitäten sind so unvergleichbar wie unbeschreibbar. Sie markieren eine Grenze sprachlicher Mitteilungsvermögen."
Jean Améry

"Gewiß, Übung, das heißt in unserem Fall die häufige Vergegenwärtigung, hält die Erinnerung frisch und lebendig, genauso wie man einen Muskel leistungsfähig erhält, wenn man ihn oft trainiert; aber es ist ebenso wahr, dass eine Erinnerung, die allzu oft heraufbeschworen und in Form einer Erzählung dargeboten wird, dahin tendiert, zu einem Stereotyp, das heißt zu einer durch die Erfahrung getesteten Form, zu erstarren, abgelagert, perfektioniert und ausgeschmückt, die sich an die Stelle der ursprünglichen Erinnerung setzt und auf ihre Kosten gedeiht."
Primo Levi

Zitatensammlung aus:
Ebbrecht, Tobias. Geschichtsbilder im medialen Gedächtnis. Filmische Narrationen des Holocaust. Bielefeld. 2011.

 

 

Zur Reihe "Ortsbeschreibungen"

Dokumentarische Filmminiaturen über das komplexe Verhältnis von Geschichte in Form ihres materiellen Ausdrucks und der Repräsentation in Bild und Ton.
Kompiliert ist die Reihe aus Outtakes von vergangenen Filmen und aus Material von unvollendeten Projekten.

 

 

Mitwirkende

Buch, Regie, Kamera, Schnitt & Produktion Mikko Linnemann