Beerfelder Galgen

Dokumentarfilm, 2020, 4:23 Minuten, Farbe, HD-Video

 

 

Synopsis

"Beerfelden gehörte zur Grafschaft Erbach und erhielt 1328 Stadtrechte. Bis zum Dreißigjährigen Krieg entwickelte die Stadt durch Markt und viele Gewerbetreibende eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung. Damit verbunden war auch die Ausübung der höheren Gerichtsbarkeit. Auf einer Anhöhe bei Beerfelden wurde eine Richtstätte aufgebaut. Ein zunächst aus Holz bestehender Galgen wurde 1597 durch den heutigen dreischläfrigen Galgen ersetzt, an dem mehrere Exekutionen gleichzeitig vorgenommen werden konnten. Der zum Tode Verurteilte wurde auf einem Podest stehend aufgeknüpft, anschließend wurde das Podest weggezogen - der Delinquent starb durch Genickbruch oder erstickte.
Noch heute fällt dem Besucher das atemberaubende landschaftliche Panorama an dieser Stätte auf - es war Läuterung für den Verurteilten, der nun die Welt verlassen sollte, und zugleich Abschreckung und Mahnung für alle, die das gültige Recht zu brechen drohten. Diese abschreckende Wirkung wurde noch bestärkt dadurch, dass die Gehenkten bis zu ihrer Verwesung am Galgen hingen. Anschließend verscharrte man die Entehrten oft in der nächsten Umgebung."

Infotafel der Stadt Beerfelden

 

 

Zur Reihe "Ortsbeschreibungen"

Dokumentarische Filmminiaturen über das komplexe Verhältnis von Geschichte in Form ihres materiellen Ausdrucks und der Repräsentation in Bild und Ton.
Kompiliert ist die Reihe aus Outtakes von vergangenen Filmen und aus Material von unvollendeten Projekten.

 

 

Mitwirkende

Musik Eric Bauer
(www.ericbauer.wordpress.com)

Sounddesign Felicitas Heck
(www.twoleftears.de)

Buch, Regie, Kamera, Schnitt & Produktion Mikko Linnemann